Allgemeine Geschäftsbedingungen
Stand: 22. Oktober 2026
1. Geltungsbereich
Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gelten für alle Verträge zwischen der handwerkOS GmbH (in Gründung), Große Beerbergstraße 99, 98528 Suhl (nachfolgend „Anbieter“) und ihren Kunden über die Nutzung der Software „handwerkOS“ als Software-as-a-Service (nachfolgend „Software“).
Das Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne von § 14 BGB, juristische Personen des öffentlichen Rechts und öffentlich-rechtliche Sondervermögen. Ein Vertragsschluss mit Verbrauchern ist ausgeschlossen.
Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Geschäftsbedingungen des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, der Anbieter stimmt ihrer Geltung ausdrücklich schriftlich zu.
2. Vertragsgegenstand
Der Anbieter stellt dem Kunden die Software über das Internet zur Nutzung zur Verfügung. Die Software dient der Organisation von Handwerksbetrieben, insbesondere für Kontakte, Angebote, Aufträge, Projekte, Einsatzplanung, Zeiterfassung, Rechnungen, Service- und Wartungsvorgänge, Einkauf, Personalverwaltung sowie ein Kundenportal.
Der jeweils vereinbarte Funktionsumfang ergibt sich aus der Leistungsbeschreibung des gebuchten Tarifs auf der Website des Anbieters zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses. Der Anbieter entwickelt die Software laufend weiter und kann Funktionen ergänzen, ändern oder durch gleichwertige Funktionen ersetzen, sofern der Vertragszweck dadurch nicht beeinträchtigt wird.
Die Software wird auf Servern des Anbieters oder eines von ihm beauftragten Dienstleisters in Deutschland betrieben. Der Übergabepunkt ist der Routerausgang des Rechenzentrums. Die Verbindung des Kunden zum Internet und die Eignung seiner Endgeräte liegen in der Verantwortung des Kunden.
Die mobile Anwendung („Monteur-App“) speichert Daten zur Nutzung ohne Netzverbindung zwischen und überträgt sie bei bestehender Verbindung an die Software.
3. Vertragsschluss und kostenlose Testphase
Der Kunde kann die Software für 14 Tage kostenlos und unverbindlich testen. Die Testphase beginnt mit der Bereitstellung des Testzugangs und endet automatisch; es werden keine Zahlungsdaten erhoben und es entstehen keine Kosten. Während der Testphase kann der Anbieter Funktionen, Datenmengen und Nutzerzahlen beschränken.
Ein entgeltlicher Vertrag kommt zustande, wenn der Kunde einen Tarif bucht und der Anbieter die Buchung bestätigt oder den Zugang freischaltet. Daten, die der Kunde in der Testphase angelegt hat, bleiben bei Buchung erhalten. Bucht der Kunde keinen Tarif, werden die Testdaten 30 Tage nach Ende der Testphase gelöscht.
Der Anbieter kann den Abschluss eines Vertrags ohne Angabe von Gründen ablehnen.
4. Verfügbarkeit, Wartung, Support
Der Anbieter stellt die Software mit einer Verfügbarkeit von 99,0 % im Monatsmittel am Übergabepunkt bereit. Nicht als Ausfallzeit gelten angekündigte Wartungsfenster (in der Regel außerhalb der Geschäftszeiten, Ankündigung mindestens 48 Stunden vorher), Störungen außerhalb des Verantwortungsbereichs des Anbieters (insbesondere Internetverbindung des Kunden, höhere Gewalt, Angriffe Dritter) sowie kurzfristige Unterbrechungen, die zur Abwehr von Sicherheitsrisiken erforderlich sind.
Der Anbieter leistet Support per E-Mail, Telefon und Bildschirmfreigabe an Werktagen (Montag bis Freitag, ausgenommen bundeseinheitliche Feiertage) in der Zeit von 8 bis 17 Uhr. Der Anbieter bemüht sich, auf Anfragen innerhalb von zwei Stunden innerhalb der Supportzeiten zu reagieren. Der Support umfasst Fragen zur Bedienung und die Entgegennahme von Störungsmeldungen; Schulungen, individuelle Anpassungen und Datenbereinigungen sind gesondert zu vergüten.
Der Anbieter sichert die Daten des Kunden täglich und bewahrt die Sicherungen mindestens 14 Tage auf. Die Wiederherstellung einzelner, vom Kunden gelöschter Daten ist eine gesondert zu vergütende Leistung.
5. Nutzungsrechte
Der Kunde erhält für die Vertragslaufzeit das nicht ausschließliche, nicht übertragbare Recht, die Software für eigene betriebliche Zwecke über das Internet zu nutzen. Die Nutzung ist auf die im Tarif enthaltene oder zusätzlich gebuchte Anzahl von Nutzern beschränkt. Nutzer sind natürliche Personen mit eigenem Zugang; Kunden des Kunden, die das Kundenportal verwenden, zählen nicht als Nutzer.
Der Kunde ist nicht berechtigt, die Software Dritten entgeltlich oder unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, sie zu vervielfältigen, zu bearbeiten, zu dekompilieren oder Zugangsdaten an unberechtigte Dritte weiterzugeben. Die Rechte aus §§ 69d, 69e UrhG bleiben unberührt.
Alle Rechte an der Software, ihren Bestandteilen, Weiterentwicklungen und der Dokumentation verbleiben beim Anbieter. Die vom Kunden eingegebenen Daten bleiben Eigentum des Kunden.
6. Pflichten des Kunden
- Der Kunde hält Zugangsdaten geheim, schützt sie vor dem Zugriff Dritter und informiert den Anbieter unverzüglich bei Verdacht auf Missbrauch. Der Kunde verwaltet die Rechte seiner Nutzer eigenverantwortlich.
- Der Kunde ist für die Inhalte verantwortlich, die er und seine Nutzer in die Software einstellen, und stellt sicher, dass dadurch keine Rechte Dritter und keine gesetzlichen Vorschriften verletzt werden.
- Der Kunde prüft von der Software erzeugte Dokumente (insbesondere Angebote, Rechnungen, Protokolle) vor deren Verwendung auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Die Software ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung.
- Der Kunde ist für die Einhaltung der ihn treffenden Aufbewahrungs- und Buchführungspflichten verantwortlich und nutzt hierfür die Exportfunktionen der Software.
- Soweit der Kunde personenbezogene Daten Dritter in der Software verarbeitet, schließt er mit dem Anbieter den Vertrag zur Auftragsverarbeitung (Ziffer 10) ab und stellt die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung sicher.
7. Preise und Zahlung
Die Vergütung richtet sich nach dem gebuchten Tarif und wird pro Betrieb berechnet. In jedem Tarif ist eine bestimmte Anzahl von Nutzern enthalten; weitere Nutzer werden nach der jeweils gültigen Preisliste berechnet. Alle Preise verstehen sich zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer.
Bei monatlicher Zahlungsweise wird die Vergütung monatlich im Voraus fällig, bei jährlicher Zahlungsweise jährlich im Voraus. Die Zahlung erfolgt per SEPA-Lastschrift oder Überweisung nach Rechnungsstellung mit einem Zahlungsziel von 14 Tagen. Rechnungen werden elektronisch übermittelt.
Kommt der Kunde mit der Zahlung in Verzug, kann der Anbieter nach erfolgloser Mahnung mit Fristsetzung von 14 Tagen den Zugang zur Software sperren. Die Zahlungspflicht bleibt während der Sperre bestehen. Der Anbieter kann Verzugszinsen in gesetzlicher Höhe verlangen.
Onboarding und Datenübernahme (Import aus Altsystemen, Einrichtung, Workshops, Begleitung) sind gesondert zu vergütende Leistungen. Der Anbieter nennt nach Klärung des Aufwands einen Festpreis. Der Kunde kann wählen, den Festpreis einmalig bei Beauftragung zu zahlen oder ihn in 24 gleichen Monatsraten zusätzlich zur laufenden Vergütung zu entrichten; im zweiten Fall beträgt die Mindestvertragslaufzeit 24 Monate ab Beginn der Umlage. Endet der Vertrag vor Ablauf dieser Laufzeit aus Gründen, die der Kunde zu vertreten hat, oder kündigt der Kunde außerordentlich ohne wichtigen Grund, wird der noch offene Restbetrag sofort fällig.
Der Anbieter kann die Preise mit einer Ankündigungsfrist von sechs Wochen zum Beginn eines neuen Abrechnungszeitraums anpassen, um gestiegene Kosten (insbesondere für Hosting, Personal, Lizenzen Dritter) auszugleichen. Übersteigt die Erhöhung 10 % der bisherigen Vergütung, kann der Kunde den Vertrag zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erhöhung kündigen; hierauf weist der Anbieter in der Ankündigung hin.
8. Laufzeit und Kündigung
Bei monatlicher Zahlungsweise läuft der Vertrag auf unbestimmte Zeit und kann von beiden Seiten jederzeit zum Ende des laufenden Kalendermonats gekündigt werden.
Wurde ein Onboarding-Festpreis nach Ziffer 7 auf 24 Monate umgelegt, beträgt die Mindestlaufzeit abweichend 24 Monate; danach gelten die Kündigungsfristen der gewählten Zahlungsweise.
Bei jährlicher Zahlungsweise beträgt die Mindestlaufzeit zwölf Monate. Der Vertrag verlängert sich jeweils um weitere zwölf Monate, wenn er nicht mit einer Frist von einem Monat zum Ende der jeweiligen Laufzeit gekündigt wird.
Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt für den Anbieter insbesondere vor, wenn der Kunde trotz Abmahnung gegen Ziffer 5 oder 6 verstößt oder mit zwei Monatsentgelten in Verzug ist.
Kündigungen bedürfen der Textform (z. B. E-Mail an info@meinhandwerkos.de) oder erfolgen über die Kündigungsfunktion in der Software.
9. Datenexport und Löschung nach Vertragsende
Der Kunde kann seine Daten jederzeit während der Vertragslaufzeit in gängigen Formaten (insbesondere CSV, PDF, XRechnung) exportieren. Hierfür entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Nach Beendigung des Vertrags hält der Anbieter die Exportfunktion noch 30 Tage zur Verfügung. Danach werden alle Daten des Kunden gelöscht, soweit keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten des Anbieters entgegenstehen. Sicherungskopien werden spätestens nach weiteren 30 Tagen überschrieben.
10. Datenschutz und Auftragsverarbeitung
Der Anbieter verarbeitet personenbezogene Daten, die der Kunde in die Software einstellt, ausschließlich im Auftrag und nach Weisung des Kunden. Die Parteien schließen hierzu einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO, den der Anbieter als Bestandteil der Buchung bereitstellt. Die Datenverarbeitung erfolgt in Rechenzentren in Deutschland.
Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten der Website-Besucher und Vertragspartner des Anbieters enthält die Datenschutzerklärung.
11. Gewährleistung
Der Anbieter gewährleistet, dass die Software die in der Leistungsbeschreibung genannten Funktionen im Wesentlichen erfüllt. Mängel beseitigt der Anbieter innerhalb angemessener Frist durch Nachbesserung, auch durch Bereitstellung einer Umgehungslösung oder einer neuen Version. Der Kunde zeigt Mängel unverzüglich und nachvollziehbar an.
Die verschuldensunabhängige Haftung für anfängliche Mängel nach § 536a Abs. 1 BGB ist ausgeschlossen. Eine Minderung durch Abzug von der Vergütung ist ausgeschlossen; Rückforderungsansprüche bleiben unberührt.
Für Inhalte, die die Software mithilfe von KI-Funktionen erzeugt oder vorschlägt (z. B. erkannte Positionen aus Spracheingaben, Textentwürfe), übernimmt der Anbieter keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit. Solche Inhalte sind Vorschläge und vom Kunden vor Verwendung zu prüfen.
12. Haftung
Der Anbieter haftet unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit, bei Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit, nach dem Produkthaftungsgesetz sowie im Umfang einer übernommenen Garantie.
Bei leicht fahrlässiger Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht (Kardinalpflicht), also einer Pflicht, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf, ist die Haftung auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt, höchstens jedoch auf die vom Kunden in den zwölf Monaten vor dem Schadensereignis gezahlte Vergütung. Im Übrigen ist die Haftung für leichte Fahrlässigkeit ausgeschlossen.
Für den Verlust von Daten haftet der Anbieter nur in dem Umfang, der auch bei ordnungsgemäßer und regelmäßiger Datensicherung durch den Kunden (insbesondere durch Nutzung der Exportfunktionen) eingetreten wäre.
Die vorstehenden Beschränkungen gelten auch zugunsten der Mitarbeiter, Vertreter und Erfüllungsgehilfen des Anbieters.
13. Geheimhaltung und Referenznennung
Die Parteien behandeln alle im Rahmen des Vertrags erlangten vertraulichen Informationen der jeweils anderen Partei vertraulich und verwenden sie nur zur Vertragsdurchführung. Diese Pflicht besteht nach Vertragsende drei Jahre fort.
Der Anbieter darf den Kunden nur mit dessen vorheriger Zustimmung in Textform als Referenzkunden nennen.
14. Änderungen dieser AGB
Der Anbieter kann diese AGB mit Wirkung für die Zukunft ändern, soweit dies aufgrund geänderter Rechtslage, Rechtsprechung, technischer Entwicklung oder Erweiterung des Leistungsangebots erforderlich ist und die Änderung den Kunden nicht unangemessen benachteiligt. Änderungen werden dem Kunden mindestens sechs Wochen vor Wirksamwerden in Textform mitgeteilt. Widerspricht der Kunde nicht innerhalb von vier Wochen nach Zugang der Mitteilung, gelten die Änderungen als angenommen; auf diese Folge weist der Anbieter in der Mitteilung hin. Widerspricht der Kunde, kann der Anbieter den Vertrag zum Wirksamwerden der Änderung kündigen.
15. Schlussbestimmungen
Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts.
Ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag ist Suhl, sofern der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist.
Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt. Anstelle der unwirksamen Bestimmung gilt die gesetzliche Regelung.